Eine Android-TV-Box nimmt auf, sobald zwei Dinge zusammenkommen: ein Player mit Aufnahmefunktion und ein Speicherziel, das groß genug ist. Der zweite Punkt ist auf einer Box fast immer der kritische. Der interne Speicher solcher Geräte ist für Apps gedacht und nicht für Fernsehen in voller Länge; er ist nach wenigen Mitschnitten voll.
Die Einrichtung beginnt deshalb am USB-Anschluss und nicht in der App. Stecken Sie einen Stick oder eine kleine Festplatte an und sehen Sie nach, ob die Box das Medium überhaupt einbindet. Ein Dateisystem vom Rechner erkennt Android nicht immer. Ignoriert die Box den Stick, formatieren Sie ihn am Gerät selbst neu und rechnen Sie damit, dass dabei alles darauf verloren geht.
Wo der Stick steckt, ist wichtiger, als es klingt. Am USB-Anschluss des Fernsehers bekommt er seinen Strom vom Fernseher: Geht der aus, geht der Stick aus, und ein laufender Mitschnitt endet mitten im Satz. Für lange Aufnahmen ist der Anschluss direkt an der Box die ruhigere Lösung, bei einer Festplatte am besten mit eigenem Netzteil.
Dazu kommen Ihre Zugangsdaten und eine Senderliste, die vollständig geladen ist. Wer über WLAN arbeitet, prüft vorher, wie gut das Signal hinter dem Fernseher noch ankommt. Ein Schrank aus Metall und ein Router zwei Zimmer weiter sind für eine Aufnahme, die eine Stunde durchhalten soll, eine schlechtere Grundlage als ein Netzwerkkabel.
Der Ablauf unterscheidet sich vom Telefon vor allem durch die Bedienung. Öffnen Sie den Player, gehen Sie in die Senderliste und bleiben Sie auf dem Sender stehen, bis das Bild steht. Rufen Sie mit der mittleren Taste oder der Menütaste die Einblendung des Players auf; dort sitzt der Aufnahmeknopf, den es auf der Fernbedienung selbst nicht gibt. Wählen Sie im Aufnahmedialog den Stick als Ziel, falls der Player fragt, und setzen Sie eine Dauer, die über das geplante Ende der Sendung hinausgeht. Danach lassen Sie den Sender stehen.
Dieser letzte Satz ist wörtlich gemeint. Auf einer Box läuft der Mitschnitt an dem Stream, der gerade offen ist. Wechseln Sie den Sender, schließen Sie den Player oder gehen Sie zurück ins Startmenü, ist die Aufnahme in vielen Playern vorbei, ohne dass eine Meldung erscheint.
Das gilt auch für den Ruhezustand. Android TV schaltet nach einer Weile ohne Tastendruck ab, und viele Boxen ziehen den laufenden Player mit hinein. In den Systemeinstellungen lässt sich der automatische Ruhezustand ausschalten. Für einen Mitschnitt über Nacht ist das die wichtigste Einstellung überhaupt.
Bleibt der Fernseher an und die Datei trotzdem leer, schauen Sie auf den Stick. Manche Dateisysteme setzen eine Obergrenze für die Größe einer einzelnen Datei, und eine lange Aufnahme läuft genau dagegen. Der Player meldet das selten deutlich; der Mitschnitt hört einfach auf.
Ruckelt die Wiedergabe des Mitschnitts, obwohl der Livesender vorher sauber lief, liegt es meistens am Speichermedium und nicht am Netz. Günstige Sticks schreiben langsamer, als eine Aufnahme Daten liefert. Beim Aufnehmen fällt das nicht auf, erst beim Abspielen.
Wer sich das ersparen will, nimmt auf ein Medium auf, das schnell genug schreibt, und prüft den ersten Mitschnitt gleich nach dem Ende, solange die Box noch läuft. Danach weiß man, worauf im eigenen Wohnzimmer Verlass ist.

